Leben und Sterben im spätantiken Karthago: Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Skelettmaterial

In einem interdisziplinären Kooperationsprojekt werden naturwissenschaftliche Untersuchungen an Skelettmaterial durchgeführt, um die Lebensumstände der Bevölkerung Karthagos zwischen dem 4. und 7. Jh. n. Chr. zu rekonstruieren, was Ernährung, Migration und verwandtschaftliche Beziehungen angeht.

Blick über römische Stadtvillen in einem vom 2. bis 7. Jh. besiedelten Wohnviertel in Karthago. © R. Bockmann // R. Bockmann

DAI Standort  Abteilung Rom

Laufzeit  2019 - 2023

Projektverantwortlicher  Dr. PhD. Stefano Cespa

Adresse  via Sardegna 79-81 , 00187 Rom

Email  Stefano.Cespa@dainst.de

Laufzeit  2019 - 2023

Partner  Institut National du Patrimoine Tunisie, Harvard University, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie Leipzig, Excellence Cluster TOPOI - The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations, Architekturreferat an der Zentrale

Förderer  Abteilung Rom

Projekt-ID  1750

Permalink  https://www.dainst.org/projekt/-/project-display/4713770

Überblick

Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Skelettmaterial haben in den letzten Jahren durch eine weitreichende Verbesserung der Methoden und Analysemöglichkeiten starken Aufwind erfahren. Neben Aussagen zur Ernährung und Migration durch die Analyse der Isotopenvehältnisse bestimmter Elemente, die im Knochen abgelagert sind, erlauben DNA-Analysen ebenfalls Aussagen zu Fragen von Migration, aber auch zur Verbreitung bestimmter Krankheiten und natürlich zu Fragen verwandtschaftlicher Beziehungen in Gruppen von Bestattungen. Somit sind sowohl Rekonstruktionen von Lebensumständen und Wanderungsbewegungen ebenso wie Fragen des menschlichen Zusammenlebens unter zahlreichen neuen Gesichtspunkten zu studieren, die traditionelle Analysen archäologischen Fundmaterials in dieser Form nicht oder nur eingeschränkt erlaubt haben.

Ziel des Projekts ist eine naturwissenschaftliche Beprobung einer größeren Zahl von Bestattungen aus einer Reihe gut dokumentierter Nekropolen des Zeitraums des 5. bis 7. Jhs. n. Chr. Dies ist eine Zeit, in der Karthago politisch zunächst die Hauptstadt dess vandalischen Königreichs und später der byzantinischen Präfektur Afrika wurde, die also durch größere politische, gesellschaftliche und auch ökonomische Veränderungen geprägt war und die sich daher vorzüglich für eine naturwissenschaftliche Untersuchung von Ernährung, Migration, Klima und Pathogenen eignet und interessante neue Erkenntnisse verspricht.