Intro Porträt DAI

Aufgaben und Strukturen

Die Aufgabe des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) ist die weltweite archäologisch-altertumswissenschaftliche Forschung. Mit seinen Forschungsprojekten schafft das DAI eine wichtige Grundlage für den Dialog zwischen Kulturen, für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und für den Erhalt des kulturellen Erbes. Das DAI ist auf fünf Kontinenten in über 350 Projekten tätig. Ihr Spektrum reicht von der Untersuchung des Heiligtums in Olympia, der Pyramiden von Dahschur in Ägypten, der Kaiserpaläste auf dem Palatin in Rom und des 12.000 Jahre alten Kultplatzes auf dem Göbekli Tepe in der Türkei bis zu Projekten in den Oasen der Arabischen Halbinsel. Darüber hinaus werden die antiken Kulturen in den Anden Perus, in der westlichen Wüste Chinas, auf den Salomonen im Westpazifik und der Osterinsel erforscht. 

Um die Zeugnisse alter Zivilisationen erfolgreich und nachhaltig zu sichern, bedarf es sorgfältiger Arbeit im Bereich der Prävention, des Monitoring und der Dokumentation archäologischer Stätten. Im Zuge eines stärker werdenden Geschichtsbewusstseins sind diese in den Gast- und Partnerländern des DAI ein wichtiger Bestandteil der Herausbildung kultureller Identität. Damit ist die Arbeit des Instituts ein fester Baustein stabiler politischer und kultureller Beziehungen.

Als wichtiger Partner der Cultural Diplomacy ist das Deutsche Archäologische Institut eine Bundesanstalt im Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts. Dort wurde es bereits 1874 zugeordnet. Seine Geschichte reicht jedoch bis in das Jahr 1829 zurück, als in Rom das "Instituto di corrispondenza archeologica" gegründet wurde.

Heute ist das DAI mit seiner Zentrale in Berlin, drei Kommissionen, sieben Abteilungen und vier Außenstellen sowie zahlreichen Forschungsstellen im In- und Ausland präsent. Damit ist es die größte Forschungseinrichtung ihrer Art in Deutschland und eine der größten weltweit. Durch seine globale Vernetzung ist das DAI wichtiger Akteur der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sowie der Außenwissenschaftspolitik.

Was wir tun

Wir führen mit zahlreichen Partnern weltweit wissenschaftliche Forschungen durch, um grundlegende Fragen der Menschheitsgeschichte und antiker Kulturen als Grundlage unserer heutigen Zivilisationen zu verstehen. Das Spektrum der Forschung reicht von der Untersuchung der Dynamik gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen bis hin zur Rekonstruktion komplexer Systeme wie zum Beispiel der Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt, die sich im Zuge klimatischer Veränderungen wandeln. Thema sind aber auch technische und soziale Innovationen, Herrschaftssysteme, Ritualräume und sich wandelnde Siedlungssysteme und Stadträume, um nur einige Facetten anzudeuten.

Wir erschließen durch unsere Forschung antike Denkmäler und helfen dabei, sie zu bewahren und als Teil kultureller Identität erkennbar zu machen.

Unsere Forschungsergebnisse veröffentlichen wir in wissenschaftlichen Publikationen und stellen sie der internationalen Community in analoger und digitaler Form zur Verfügung. Wir erschließen Archive, um sie – unter anderem auf dem Weg der digitalen Kommunikation – weltweit zugänglich zu machen.

Wir pflegen den Dialog mit der Öffentlichkeit, indem wir mit anschaulichen Publikationen und Ausstellungen auf das Interesse an archäologischen Themen antworten. In unseren Gast- und Partnerländern geben wir Publikationen für Wissenschaft und Öffentlichkeit in der Landessprache heraus und entwickeln Unterrichtseinheiten für Schulen und außeruniversitäre Bildungseinrichtungen.

Erfolgreiches Site Management nimmt einen archäologischen Ort als Ganzes in den Blick. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern entwickeln wir Konzepte, um die Antiken zu erforschen und zu schützen und fördern die wirtschaftliche Entwicklung in regionalen Kontexten, indem wir die touristische Erschließung antiker Plätze unterstützen.

In vielen Regionen ist das DAI ein wichtiger Arbeitgeber. Die Beschäftigung und Qualifizierung lokaler Arbeitskräfte setzt dabei wesentliche Infrastruktur-Impulse. Die handwerkliche Aus- oder Weiterbildung in Bauhütten – im Sinne eines nachhaltigen Capacity Building vor Ort – ist ein wesentlicher Baustein der Arbeit des DAI.

Darüber hinaus ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine der wesentlichen Aufgaben des Instituts. Wir beteiligen uns an Graduiertenschulen von Universitäten im In- und Ausland und entwickeln zusammen mit unseren Partnern innovative Studiengänge, in deren Mittelpunkt ein breites Spektrum moderner altertumswissenschaftlicher Methoden steht.

Wir bringen unsere Kompetenzen in die Ausbildung durch Beteiligung an Seminarprogrammen und durch die Betreuung von Dissertationen ein. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DAI sind permanent in die Lehre an deutschen und internationalen Hochschulen eingebunden.

Unsere internationalen Workshops, Summerschools und Konferenzen wie auch alle anderen Formate der Kooperation sind weltweit eine feste Größe in der archäologischen Forschung. Sie dienen der Aus- und Weiterbildung sowie der wissenschaftlichen Zusammenarbeit ebenso wie der Pflege vertrauensvoller multilateraler Beziehungen, was insbesondere in schwierigen politischen Konstellationen eine exzellente Basis auch für den politischen Dialog ist.

Unser Rat ist in vielen Bereichen geschätzt – sei es in Ausschüssen des Deutschen Bundestages, bei der UNESCO, in wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, vor allem aber auch in unseren Gast- und Partnerländern.

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