Kulturerhalt im Fokus

Kulturerhalt im Fokus

Das kulturelle Erbe der Menschheit zu schützen, zu erhalten und zu vermitteln, ist eine Aufgabe von globaler Reichweite. Das Deutsche Archäologische Institut führt weltweit mit vielen Partnern Denkmalpflege- und Restaurierungsprojekte durch. Es leistet so einen sehr konkreten Beitrag zur Erhaltung, zur Vermittlung und touristischen Erschließung archäologischer Denkmäler.

Mit der Baudenkmalkommission, dem Architekturreferat und dem Referat für Kulturgüterschutz und Site Management hat das Deutsche Archäologische Institut Einrichtungen geschaffen, um sich in enger Kooperation mit dem Auswärtigen Amt den Verpflichtungen zu stellen, die sich aus internationalen Vereinbarungen und Standards ergeben.

Schutz von Kulturgütern – von der Forschung zum Site Management

Um den Erhalt der freigelegten und gefährdeten archäologischen Hinterlassenschaften auch für künftige Generationen sicherzustellen und zugleich die Erforschung und nachhaltige touristische Erschließung der Grabungsstätten zu ermöglichen, ist ein systematisches Site Management erforderlich. Dieses nimmt den einzelnen archäologischen Ort oder eine Kulturlandschaft als Ganzes in den Blick. Wie sollen die historischen Hinterlassenschaften touristisch erschlossen und präsentiert werden? Und vor allem: wie können sie denkmalgerecht nachhaltig geschützt werden?

Jede Maßnahme zum Erhalt des kulturellen Erbes und dessen Pflege setzt dabei zunächst seine Erforschung und wissenschaftliche Dokumentation voraus. Hier setzt die Arbeit des DAI an. Damit trägt es europa- und weltweit zum Erhalt und zur nachhaltigen Pflege des kulturellen Erbes in seinen Gast- und Partnerländern bei. Es betreibt damit aktive Kulturpolitik, wobei die archäologische Arbeit in den Ländern zudem auch häufig einen Beitrag zur Entwicklung und regionalen Wirtschaftsförderung leisten kann.

Weiterbildung und Capacity Building

Zu einem erfolgreichen Site Management im Sinne des Kulturerhalts gehören auch die nachhaltige Strukturbildung und Kompetenzentwicklung. Das DAI engagiert sich daher auch bei der Qualifizierung lokaler Arbeitskräfte und der Weiterbildung von Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern sowie in der Entwicklung von Kooperationen mit wissenschaftlichen und politischen Institutionen vor Ort.

Unterstützung des Kulturerhalts

Ein erfolgreiches Site Management setzt immer auch eine Förderung der Maßnahmen voraus, wie sie durch das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amtes, aber auch durch zahlreiche Sponsoren und Förderer erfolgt.

Organisation und Rechtsrahmen

Im Deutschen Archäologischen Institut arbeiten zahlreiche Spezialistinnen, Spezialisten und Disziplinen zusammen, um diese Herausforderungen zu meistern. Beim Erhalt von Baudenkmälern ist besonders die historische Bauforschung gefragt, die vom Baudenkmalausschuss unterstützt wird.

Auch der grundsätzliche Schutz von Kulturgütern und der Kampf gegen den illegalen Handel mit archäologischen Objekten ist ein besonderes Anliegen des DAI, mit dem alle Abteilungen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Antikenverwaltungen befasst sind. Speziell für den Kulturerhalt des Irak und Syrien war und ist die Orient-Abteilung in Initiativen der UNESCO eingebunden. Die Expertise der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DAI ist zudem immer wieder bei der Identifizierung von Objekten gefragt, die im Kunsthandel auftauchen und aus illegalen Grabungen stammen. 2011 hat das DAI aufgrund der Bedeutung des Themas ein Referat an der Zentrale geschaffen, das sich konzentriert um Fragen des Kulturgüterschutzes und Site Management kümmert.

Ziel der Arbeit der nächsten Jahre muss es darüber hinaus sein, in einem Netzwerk, die Kompetenzen in diesem Bereich zusammenzuführen. Das DAI ist bestrebt, Kooperationen mit deutschen Hochschulen und Institutionen auf- und auszubauen, die sich Fragen der Restaurierung, Instandsetzung und Präsentation von archäologischen Stätten widmen. Im Fokus der Arbeit des DAI stehen zudem die digitale Archivierung seiner wertvollen Foto- und Planbestände sowie der Aufbau digitaler Denkmalregister.

Internationale Übereinkommen und Konventionen beschreiben rechtlich den Handlungsrahmen für das DAI. Leitend ist die Zusammenarbeit mit dem Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amtes. Das DAI hat sich besonders im Blick auf Raubgrabungen und illegalen Kunsthandel auch eigene Regularien gegeben.

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