Gonur, Maryskij velajat, Turkmenistan

Die bronzezeitliche Stadtanlage von Gonur Depe ist einer der wichtigsten und am umfassendsten untersuchten Fundorte des Bactro-Margiana Archaeological Complex [BMAC] (auch als Oxus Zivilisation bekannt). Er wird seit vielen Jahren durch V. I. Sarianidi und seine Mannschaft untersucht. Seit 2010 nimmt die Eurasien-Abteilung des DAI an den…

Gonur Sektors 18. Unten ist die zweite Außenmauer der Zitadelle zu erkennen (Norden ist links). Sehr klar heben sich die beiden Rundaltäre von den üblichen rechteckigen Bauten ab. Sie liegen oberhalb der Umfassungsmauer mit Pilastern. © Eurasien DAI // N. Boroffka

DAI Standort  Eurasien-Abteilung

Projektart  Einzelprojekt

Laufzeit  seit 2010

Disziplinen  Prähistorische und historische Archäologie

Projektverantwortlicher  PD Dr. Nikolaus Boroffka

Adresse  Im Dol 2-6 , 14195 Berlin

Email  Nikolaus.Boroffka@dainst.de

Team  PD Dr. Nikolaus Boroffka

Laufzeit  seit 2010

Projektart  Einzelprojekt

Cluster/Forschungsplan  EA - Mittelasien

Fokus  Feldforschung

Disziplin  Prähistorische und historische Archäologie

Methoden  Feldforschung

Partner  Nationales Amt Turkmenistans für Schutz, Erforschung und Restaurierung von kulturhistorischen Denkmälern (Aşgabat), Institut für Ethnographie und Anthropologie der Russischen Akademie der Wissenschaften (Moskau), Institut für Geschichte, Akademie der Wissenschaften Turkmenistans (Aşgabat), Muhammed Begliev, Staatliches Museum „Alt Merv“ (Bajramali), Baškirische Staatliche Pädagogische Universität (Ufa), Geographische Fakultät der Moskauer Staatsuniveristät (Moskau), Gurgen Davtyan, Centre national de la recherche scientifique (CNRS), Université Nice - Sophia Antipolis (Nizza)

Projekt-ID  1802

Permalink  https://www.dainst.org/projekt/-/project-display/3187732

Überblick

Die Siedlung und die Gräber von Gonur Depe, Turkmenistan, und ist einer der bedeutendsten urbanen Siedlungskomplexe des Bactro-Margiana Archaeological Complex [BMAC]. Die Stadtanlage wird seit vielen Jahren durch Viktor Sarianidi und seine Mannschaft untersucht. Der Ort liegt im Bereich des alten Inlanddeltas des Murghab, in der historischen Landschaft Marguš – Margiana, am Südrand der Karakum Wüste.

Gonur, Sektor 18. Tierfiguren und Siegel-Amulette
Gonur, Sektor 18. Bei manchen menschlichen Statuetten, wie bei den beiden Bruchstücken in der Mitte dieses Bildes, ist das Geschlecht nicht eindeutig erkennbar. Verschiedene Tierfiguren (links, von oben – Vogel, Hund, Kamel) und Siegel-Amulette (rechts – oben und Mitte Bronze, unten Stein) gehören zu den typischen Funden des Baktro-Margiana Archäologischen Komplexes. Die Statuetten und Figuren trugen wohl als Amulette Bedeutung. Die Siegel-Amulette, die vor allem in Frauengräbern gefunden wurden, hatten ebenfalls magische Funktion. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 18. Frauenfiguren
In Gonur-Depe fand man viele abstrakte Figuren von Menschen, häufig deutlich als Frauen gekennzeichnet. Sie sind oft im oberen Teil durchlocht und können als Anhänger oder Insignien mit magisch-religiöser Bedeutung gedient haben. Diese beiden vollständigen Exemplare wurden dicht beieinander liegend auf dem Fußboden eines Raumes in Sektor 18 von Gonur-Depe gefunden. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 19. Affenfigur aus Fayence
Gonur, Sektor 19. Die kleine Affenfigur von 3,4 cm Höhe ist aus Fayence und ist den Grabräubern entgangen oder interessierte sie nicht. Sie darf als Import aus dem Bereich der Indus-Kultur Pakistans gelten, ebenso wie zahlreiche Elfenbein-Objekte, die in demselben Grab gefunden wurden. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 19. Bauchiger Topf
Gonur, Sektor 19. Obwohl bauchige Töpfe öfters bemalt sind ist bei diesem Exemplar die Punktfüllung zwischen den horizontalen streifen bislang einmalig. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 20. Siegelamulett aus Stein a) Wirbelmotiv
Gonur 20. In der Außensiedlung, etwa 2 km von der zentralen Stadtanlage entfernt, fanden sich auch Siegel-Amulette, vorwiegend aus Stein. Während bei diesem Stück das Wirbel-Motiv gut in das Repertoire der Siegel des Baktro-Margiana Archäologischen Komplexes passt, ist der fünfstrahlige Stern auf der anderen Seite bislang einmalig. Das Stück ist oben V-förmig durchlocht. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Tüllenkannen und elegante Pokale (Sektor 18)
Tüllenkannen und elegante Pokale (Sektor 18), die aus hellem Ton auf der Drehscheibe gefertigt wurden, gehören zu den typischen Gefäßen aus Gonur-Depe. Sie finden in zahlreichen anderen Fundorten des Baktro-Margiana Archäologischen Komplexes zwischen Kopet Dag und Hissar-Gebirge Analogien und gehören in eine frühe Stufe dieses Kulturkreises. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 19. Goldfigur mit Türkiseinlage
Gonur, Sektor 19. In einem antik beraubten Grab kam diese Goldfigur mit Türkiseinlage zum Vorschein. Das dünne Blech ist auf eine massivere Platte aus Silber montiert und dürfte ein Anhänger gewesen sein. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 19. Schmuckschreiben aus Gold
Gonur, Sektor 19. In diesem Bereich, außerhalb der Umfassungsmauer der zentralen Stadtanlage wurden, neben Gebäuden, auch mehrere komplex angelegte Grabkammern freigelegt. Obwohl sie bereits in der Antike beraubt worden waren, haben sich vereinzelte Objekte, wie diese beiden Schmuckscheiben aus Gold, erhalten. © Eurasien DAI // N. Boroffka
Gonur 19. Kanne mit lang ausgezogener Tülle
Gonur, Sektor 19. Solche Kannen mit lang ausgezogener Tülle enthalten im Inneren zumeist eine siebartige Durchlochung im Bereich des Tüllenansatzes. Aus den Königsgräbern sind auch Exemplare aus Edelmetall belegt. © Eurasien DAI // N. Boroffka