Buto. Forschungen zur Siedlungs- und Umweltgeschichte

Die Besiedlungsgeschichte Butos erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als 4000 Jahren, von der prähistorischen bis in die islamische Zeit. Dabei lassen sich Besiedlungsentwicklung, aber auch Veränderungen der antiken Topografie und der Wasserwege über die Jahrtausende nachvollziehen.

Blick zum Kom von Norden aus. © DAI Kairo // U. Hartung

DAI Standort  Abteilung Kairo

Projektart  Einzelprojekt

Laufzeit  seit 1983

Disziplinen  Archäologie, Siedlungsarchäologie, Ägyptologie

Projektverantwortlicher  Dr. Clara Jeuthe

Adresse 

Email  Clara.Jeuthe@dainst.de

Team  Bassem Ezzat

Laufzeit  seit 1983

Projektart  Einzelprojekt

Cluster/Forschungsplan  KAI - Komplexe Siedlungsformen

Fokus  Feldforschung, Auswertung, Objektforschung, Regionalforschung, Thematische Forschung

Disziplin  Archäologie, Siedlungsarchäologie, Ägyptologie

Methoden  Beschreibung, Dokumentation Fund/Befund, Feldforschung, Ausgrabungen, Fundbergung, Dünnschliffuntersuchungen, Fundanalyse, Gebrauchspurenanalysen, Keramikuntersuchungen, Materialuntersuchungen (anorganisch), Materialuntersuchungen (organisch), Menschenknochenanalyse, Pollenanalysen, Tierrestanalyse, Bohrungen, Geomagnetik, Surveys, Bautechniken

Partner  Institut Français d’Archéologie Orientale (IFAO), Université de Poitiers

Schlagworte  Ereignisse, Sozio-politische Prozesse, Ägyptische Chronologiesysteme, Holozän, Pflanzenteile, Tiere, Anorganische Materialien, Organische Materialien, Umweltprozesse, Gebaute Umgebung und Befunde, Mobile Objekte

Projekt-ID  2766

Permalink  https://www.dainst.org/projekt/-/project-display/63537

Überblick

Der Siedlungshügel von Buto (Tell el-Fara’in) befindet sich in der Provinz Kafr esch-Scheich. Der Fundort liegt heute etwa 10 km östlich des Rosetta Nilarms und ca. 40 km von der Mittelmeerküste entfernt. Im Westdelta sind, im Gegensatz zum östlichen Delta, kaum große Siedlungshügel bekannt. Auch durch die lange Besiedlungsgeschichte unterscheidet sich Buto von anderen Siedlungshügeln im westlichen Delta. Durch die langjährigen Arbeiten des DAI Kairo und der weiteren Forschungsprojekte in Buto und Umgebungen unter Leitung von P. Ballet (Universität Paris Nanterre / Institut français d’archéologie) und J. Wunderlich (Universität Frankfurt am Main) kann die Besiedlungsgeschichte Butos in ihren Grundzügen skizziert werden: Von der ersten Hälfte des 4.Jts. bis zum Ende des Alten Reichs (ca. 2200 v. Chr.) kontinuierlich genutzt, scheint der Ort für über 1000 Jahre – wahrscheinlich bedingt durch eine Verlagerung von für die Stadt lebenswichtigen Nilarmen, durch die Buto mit anderen Regionen verbunden war – aufgegeben und erst im späten 8. Jh. v. Chr. in größerem Umfang erneut besiedelt worden zu sein. In der Saitenzeit (26. Dynastie) erlebte Buto eine Blüte, auch während der ptolemäischen und römischen Zeit blieb der Ort eine wichtige Stadt, allerdings mit langsam schwindender Größe, bis er schließlich in frühislamischer Zeit endgültig verlassen wurde.

 

 

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Ausgrabungen am Nordrand des Koms in 2007. © DAI Kairo // U. Hartung
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Abendstimmung in Buto. © DAI Kairo // U. Hartung
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Die Ausgrabungen der E-Schnitte in 2013. © DAI Kairo // U. Hartung
Ausgrabungen der ältesten Siedlungsphasen
Ausgrabungen der ältesten Siedlungsphasen. © DAI Kairo // U. Hartung
Blick nach Süden über die französischen Ausgrabungen eines Lagergebäudes
Blick nach Süden über die französischen Ausgrabungen eines Lagergebäudes. © Mission française de Bouto/Ifao // G. Pollin
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Blick zum Kom von Norden aus. © DAI Kairo // U. Hartung
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Der Kom in Buto in den 90er Jahren. © DAI Kairo // U. Hartung
Heutige Oberfläche in Buto
Heutige Oberfläche in Buto. © DAI Kairo // U. Hartung
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Muschelfunde aus Grabungen der 3. Zwischenzeit. © DAI Kairo // U. Hartung
Magnometerplan der späten Besiedlung und die wesentlichen Bereiche Butos
Magnometerplan der späten Besiedlung und die wesentlichen Bereiche Butos. © DAI Kairo // U. Hartung