Überblick
In der Pilotphase des Forschungsprojektes werden verschiedene Siedlungen erforscht, die im Zusammenhang mit dem Pyramidenbau in der 4. Dynastie (um 2600 BCE) nahezu zeitgleich entstanden sind. Zum einen handelt es sich um die nördlich des Taltempels der Knickpyramide gelegene Siedlung DAM38. Die durch eine in 2013 durchgeführte geophysikalische Untersuchung entdeckte Siedlung erstreckt sich über eine Fläche von ca. 350 × 200 m. Bei ersten Grabungen wurden die Überreste zweier Häuser freigelegt, deren Wände und Decken teilweise bemalt waren. In einem der Räume wurden zudem drei Säulenbasen aus Kalkstein entdeckt, die einst Lotussäulen trugen. Beide Gebäude besitzen einen offenen Hof mit fünf bzw. sechs Speichern. Die Gebäude dürfen ihrer Dimensionen als auch Ausstattung nach durchaus als gehobene Wohnhäuser gedeutet werden und ähneln den residenzartigen Gebäuden aus jener Zeit. Sie sind so im Zusammenhang mit dem Bau der Pyramiden zu sehen, die örtliche Verknüpfung mit dem Taltempel deutet aber auch auf eine Einbindung in den königlichen Kult hin. Zum anderen begann in 2026, ermöglicht durch eine Projektfinanzierung der Gerda-Henkel-Stiftung, Untersuchungen im Bereich der Arbeiterbaracken der Roten Pyramide (DAM1). Die Grundrisse des Gebäudekomplexes wurden durch geomagnetische Untersuchungen 2015 erfasst. Die Ausgrabungen bieten nun Einblicke in die Funktion der Räume und damit in den Alltag und die Infrastruktur des Pyramidenbaus.
