Lebensgroße Statue eines Wildschweins im Sonderbau D von Göbekli Tepe gefunden

PRESSEMITTEILUNG
© DAI-IST // Moritz Kinzel

08.10.2023 | Abteilung Istanbul

Die jüngsten Ausgrabungen an der UNESCO-Weltkulturerbestätte Göbekli Tepe (Südosttürkei) haben zu einer einzigartigen Entdeckung geführt. Eine lebensgroße Wildschweinstatue kam im Sondergebäude D zum Vorschein.

Die jüngsten Ausgrabungen des Göbekli-Tepe Teams (Istanbul und Orient Abteilungen) des DAI in der UNESCO-Weltkulturerbestätte Göbekli Tepe (Südosttürkei) haben zu einer einzigartigen Entdeckung geführt. Eine lebensgroße Wildschweinstatue kam im Sondergebäude D, einem der monumentalen rund-ovalen Bauten dieser präkeramischen Siedlung des Neolithikums, in situ zum Vorschein.

Im Rahmen des Göbekli Tepe-Projekts, einer Kooperation zwischen der Universität Istanbul und dem Deutschen Archäologischen Institut, kam bei der Ausgrabung von Ablagerungen aus dem nördlichen Teil des Sonderbaus D die lebensgroße Kalksteinstatue eines Wildschweins zum Vorschein. Die 1,35 Meter lange und maximal 0,70 Meter hohe Statue stammt aus dem frühen PPNB (~8.700-8.200 v. Chr.). Gefunden wurde das Schwein auf einer Steinbank umgegeben von mehreren Pfeilern (Pfeiler 43 (P43), Pfeiler 78 (P78) und Pfeiler 67 (P67)). Damit ist die Statue klarer Mittelpunkt des Bauwerks und muss für die prähistorische Gemeinschaft, die es nutzte, von großer Bedeutung gewesen sein. Die Vorderseite der Bank, auf der sie steht, ist (von links nach rechts) mit Flachreliefs eines H-Symbols, eines Halbmonds, zwei Schlangen und drei menschlichen Gesichtern (oder Masken) verziert.

Bemerkenswert ist, dass Reste der roten, schwarzen und weißen Pigmente noch an der Oberfläche der Statue zu erkennen sind. Die Zunge des Ebers war rot gefärbt, während an anderen Stellen des Körpers schwarze und weiße Pigmente gefunden wurden. Dieser Fund untermauert was Experten bereits lange Zeit vermuteten: dass Statuen und T-Säulen am Göbekli Tepe bemalt wurden.

Die Forschungen in Göbekli Tepe werden im Rahmen des DFG-Langzeitprojekts "Die prähistorischen Gesellschaften Obermesopotamiens und ihre Subsistenz" durchgeführt.

Göbekli Tepe, Sonderbau D: Die Wildschweinstatue wurde im nördlichen Bereich des Bauwerks gefunden. DAI-IST // Lee Clare
Göbekli Tepe, Sondergebäude D: Seitenansicht der Wildschweinsstatue. DAI-IST // Moritz Kinzel
Göbekli Tepe, Sondergebäude D: Seitenansicht der Wildschweinsstatue. DAI-IST // Moritz Kinzel
Göbekli Tepe, Sonderbau D: Dokumentation der Wildschweinstatue. DAI-IST // Moritz Kinzel

Kontakt
Dr. phil. Lee Clare , Referent für Prähistorische Archäologie / Göbekli Tepe / IT und Forschungsdatenmanagement
Lee.Clare@dainst.de

DAI Pressestelle
Podbielskiallee 69
14195 Berlin
Tel.: +49 (0)30 187711-120
Mail: presse@dainst.de

Förderer

news-detail-col

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)